Buchtipp

Nichtrauchen hilft Kindern gesünder zu sein

Nichtrauchergesetze – wirken sie sich aus? Oh ja, und zwar auch für Kinder messbar positiv!

In England besteht seit 2007 ein Nichtraucherschutzgesetz, das neben der Gastronomie auch öffentliche Gebäude und Verkehrsmittel betrifft.
Seither müssen in Großbritannien wegen akuter Atemwegsbeschwerden jedes Jahr etwa 11.000 Kinder weniger ins Krankenhaus. Die Rate der stationären Aufnahmen sank um 3,5%. Bei gefährlichen Erkrankungen des unteren Atemwegtraktes wie z.B. Lungenentzündungen sank die Quote sogar um fast 14%. Die Zahl der Klinikbesuche der Asthmatiker sank um etwa 10%.
Für diese Studie wurden immerhin 1,6 Millionen Krankenhausbesuche zwischen 2001 und 2012 ausgewertet.
Der Rückschluss aus diesen validen Daten ist, dass Rauchexposition die Kinder anfälliger für Infektionen macht und umgekehrt die Kinder mit Infektionen besser fertig werden, wenn sie vor Qualm geschützt werden. Geholfen hat in Großbritannien wohl, dass das öffentliche Rauchverbot auch zu einem gewissen Umdenken und zu einer Einschränkung des Nikotinkonsums in der Wohnung geführt hat. Das gilt auch für Deutschland. Mit dem seit 2008 bestehenden Nichtraucherschutz wird das Rauchen in Anwesenheit Dritter gesellschaftlich weniger akzeptiert. Während in der BRD 2007 nur 54% nicht in der Wohnung rauchten, taten dies 2009 fast 70% nicht mehr.
Bisher war bezüglich der Kinder in diesem Artikel hauptsächlich von Atemwegserkrankungen die Rede. Es soll aber nicht unerwähnt bleiben, dass viele Studien bei Kindern auch verschiedenste andere negative Auswirkungen durch Rauchbelastung belegen, wie etwa die Zunahme der Allergierate bei Kindern, die Rauch ausgesetzt sind. Und den Erwachsenen nützt das Rauchverbot ebenfalls. Studien dokumentieren deutliche Abnahmen bei Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Atemwegserkrankungen durch Rauchverbote.

Die Kinderärzte raten rauchenden Eltern: Denken Sie nochmals darüber nach und lassen Sie sich ermutigen, das Rauchen aufzugeben. Es nützt Ihrem Kind und auch Ihnen erheblich! Lassen Sie sich gegebenenfalls professionell helfen!

DrS

Lesen # 3: Auswahl von Büchern (Gastbeitrag)

Um geeignete Bücher für Kinder zu finden, muss man sicherlich unterscheiden, ob ein Kind gerne und viel liest oder ob es lieber einen großen Bogen um Bücher aller Art macht.

Viel-Leser
Bei den Viel-Lesern geht es oftmals darum, sie neugierig auf unterschiedliche Geschichten zu machen, da sie sich häufig auf eine Richtung (z.B. Krimis) festgelegt haben. Am besten geht dies beim Schmökern in einer Bücherei, weil hier – anders als in den meisten Buchhandlungen, wo häufig nur die bekanntesten Autoren oder Buchreihen stehen – auch ausgefallenere oder ältere Bücher zu finden sind.

Lesemuffel
Anders schaut die Sache bei den Lesemuffeln aus. Hier ist das Schmökern sicher keine zielführende Strategie, weil die Kinder von der Fülle von Büchern einfach überfordert sind.
Einen guten Einstieg ins Lesen bieten Kinderzeitschriften, da die Texte relativ kurz gehalten sind und durch zahlreiche Bilder veranschaulicht werden. Je nach Interesse und Alter des Kindes kann man hier geeignete Zeitschriften auswählen.
Hilfreich kann es auch sein, sich zu informieren, welche Buchreihen von den Klassenkameraden aktuell gelesen werden, da der Austausch über die Inhalte der Bücher motivierend wirken kann.

Für alle
Für alle Arten von Lesern unter Kindern und Jugendlichen ist bei der Auswahl von Büchern ein Blick ins Internet sinnvoll. Hier gibt es z.B. auf der Seite der Stiftung Lesen (www.stiftunglesen.de) Leseempfehlungen für Bücher und Zeitschriften, wobei man gezielt nach Altersgruppen und Themen suchen kann. Auch auf der Seite des – sicher vielen aus der Schule bekannten – Leseförderprogramms Antolin (www.antolin.de) finden sich zahlreiche Buchempfehlungen.
Natürlich kann man sich auch in einer Buchhandlung oder Bücherei beraten lassen.

Und zum Schluss noch ein Tipp für ein Buch, das – so paradox es auch klingen mag – extra für Nicht-Leser geschrieben wurde:
Tommy Greenwald: Charlie Joe Jackson – Lesen verboten!

B.E.

Wir danken unserer Gastautorin B. Ehlenberger, Gymnasialpädagogin, für diesen Beitrag.
DrS

Das (hoch-) sensible Kind – ein Buchtipp

Die Kinderärzte meinen, dass das Thema „Hochsensibilität“ in der Medizin wie in der Pädagogik noch zu wenig beachtet wird, auch wenn es als HSP (highly sensitive personality) inzwischen auch unter Laien diskutiert wird.

Was ist Hochsensibilität? Sind hochsensible Menschen „Weicheier“? Gibt sich das wieder?

„Hochsensibilität“ bedeutet zunächst nur, dass das Nervensystem Reize aus der Umwelt oder aus dem eigenen Körper verstärkt registriert. Das ist eine Persönlichkeitseigenschaft. Diese bleibt so bestehen, auch wenn sie durch Lernprozesse und Anpassungen in bestimmten Grenzen verändert werden kann.

Darin liegt nun ein Risiko aber auch eine Chance:

  • als Risiko gilt, dass die verstärkte Wahrnehmung zu einer Überforderung führen kann. Zu viele Reize können nicht mehr ausreichend verarbeitet werden. Ein Beispiel hierfür wäre das Kind, das sich bei zu viel Stimmengewirr oder bei sich schnell verändernden Bildern (z.B. schnelle Computerspiele) unwohl fühlt oder zurück zieht
  • Von medizinischer Bedeutung ist außerdem, dass normale Körperfunktionen, wie etwa die Darmaktivität oder der Herzschlag, als bedrohlich wahrgenommen werden, obwohl kein eigentliches Risiko vorliegt.
  • Allerdings bestehen auch Chancen. Viel wahrzunehmen ist ja auch eine Fähigkeit. Die umfangreiche Wahrnehmung führt nicht selten z.B. zu einer ausgepräten Kreativität, die auch beruflich oder in  Hobbies nutzbar ist.

Warum halten wir das Thema Hochsensibiltät für wichtig?

Um dem Kind gerecht zu werden, sollten hochsensible Kinder früh erkannt werden. Damit kann das Risiko einer Fehlentwicklung vermindert werden und die Chancen, die darin liegen, genutzt werden.

Die Kinderärzte empfehlen für Interessierte die Bücher der US-amerikanischen Forscherin Dr. Elaine Aron. Das wichtigste ist auch auf Deutsch erschienen:

Elaine Aron: Das hochsensible Kind (Buchtipp)

DrGH